Tübinger Steinenberg

Der Steinenberg ist als ehemaliger Weinberg seit langem mit Streuobstwiesen bestanden. Die extensive Nutzung begünstigte Pflanzenarten wie die Wildtulpe (Tulipa sylvestris) als Kulturfolgerin und die Natternzunge (Ophioglossum vulgatum), ein urtümliches Farngewächs.

In den 1940er Jahren sollten weite Teile im Norden Tübingens als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Seit den 1960er Jahren wurden die Hochflächen nach und nach bebaut: Wanne, Morgenstelle, Ursrain … Die letzten wertvollen Reste sind heute die Luise-Wetzel-Wiese (Flächenhaftes Naturdenkmal) und der Steinenberg.

Auf zahlreichen Pachtgrundstücken am Steinenberg führt der VEbTiL seit 1997 eine intensive Biotoppflege zur Wiederherstellung von Streuobstwiesen und Magerrasenbiotopen als Schafweiden durch. Dazu sind bereits große Flächen entbuscht und von aufgewachsenen Bäumen befreit und das anfallende organische Material beseitigt worden. Im Anschluß an die Erstpflege wurden die Flächen nachgepflegt, indem wieder aufkommende Junggehölze beseitigt und Wiesen beweidet und gemäht wurden. Diese Arbeiten sollen mit dem Ziel der Optimierung der Biotope fortgesetzt werden. Abgängige Obstbäume werden sukzessive ersetzt und Jung- und Altbäume durch fachgerechten Schnitt gepflegt. Von uns werden ausschließlich hochstämmiger Bäume von alten Sorten gepflanzt die sich am Steinenberg bzw. seiner näheren Umgebung bewährt haben.

Universität will weitere Teile des Steinenbergs mit Kliniken bebauen.

1995 wurde vom Universitätsbauamt ein Rahmenplan zur Erweiterung der Kliniken vorgestellt – weiträumige Bebauung auf großen Flächen des Steinenberges. Vor allem durch den Einsatz der Bürgerinitiative Steinenberg gelang es damals Schlimmeres zu verhindern.

Im Jahre 2000 wurden Teile des FFH-Gebiets im Bereich des Tübinger Steinenbergs aus der Abgrenzung herausgenommen. Die Herausnahme des ist Gebietes nicht fachlich begründet, sondern hier wird vom Land den Erweiterungswünschen des Klinikums Rechnung getragen – dies steht im Gegensatz zu den EU-Richtlinien. Zudem erachten wir größere Flächen des Steinenbergs als FFH-würdig, als sie schon in der Kartenversion vom April 2000 abgegrenzt worden waren!

Es gilt also nach wie vor wachsam zu bleiben und den Steinenberg vor weiterer Bebauung zu schützen!